Chinesische Hanfpalme
Trachycarpus fortunei wurde eigens für unsere Breitengrade gezüchtet und ist eine von wenigen Palmen, die unsere kalten und frostigen Wintermonate übersteht. Sie ist robust und relativ schnellwüchsig, wird in Deutschland 4 bis 6 m hoch und bildet pro Jahr 6 bis 8 neue Fächerblätter; ausgepflanzt kann der Stamm bis zu 20 cm jährlich wachsen. Heimisch ist die Hanfpalme im Himalaya in Nord-Indien bis nach Nord-Thailand und China. Die Frosttoleranz von Trachycarpus fortunei beträgt -17°C, Kübelpflanzen vertragen kurzfristig bis -6°C.
Windgeschützt auf einer Südseite oder Süd-/Westseite ausgepflanzt und mit einer wärmenden Mauer oder Hauswand im Rücken, ist sie mit geringem Aufwand für den Winterschutz in Deutschland winterhart.
Temperatur:
Da diese Palme im Hochgebirge wächst, ist sie an kühles Klima gewöhnt. Am besten wächst sie bei 15-20°C. Bei sehr hohen Temperaturen stellt sie das Wachstum sogar zeitweilig ein. Sie sollte als Kübelpflanze auch im Winter draußen an einem geschützten Ort stehen. Werden dauerhaft (d.h. auch tagsüber) Temperaturen unterhalb -3°C erwartet, wird die Pflanze eingeräumt bis es wieder etwas wärmer geworden ist und voraussichtlich längere Zeit so bleibt. Für das Winterquartier reicht ein gerade frostfreier trockener Raum (Keller, Garage). Wärmeschocks durch "zwischenlagern" in der beheizten Wohnung muß man unbedingt vermeiden. Ebenso sollte man die Palme nicht andauernd aus- und einräumen. Beim Einräumen darauf achten, dass der Wurzelballen nicht zu naß ist. Alte und vertrocknete Blätter entfernen. An dunklen Standorten wird im Winter nur gegossen, wenn der Wurzelballen droht, auszutrocknen. Sonst kontrolliert man alle vier Wochen einmal nach und gießt bei Bedarf. An frostfreien Tagen das Winterquartier gut lüften, denn gestaute Luft begünstigt Schädlinge und Krankheiten.
Palmen sollten sich erst akklimatisieren bevor man sie wieder dauerhaft ins Freie stellt und riskiert, dass die verweichlichte Pflanze sofort einen Kälte- oder Sonnenschock bekommt. Bei Temperaturen von mindestens 5°C werden sie stundenweise an einem geschützten Platz gestellt. Von April bis September sollte regelmäßig einmal wöchentlich gedüngt werden.
Düngen:
Bitte beachten: Lieber öfter und schwächer konzentriert als seltener und stark düngen.
Nie den Dünger auf den trockenen Wurzelballen geben, da sonst die Wurzeln verbrennen.
Nie in praller Sonne düngen. Sonnenbrandgefahr! Beim Düngen die Blätter nicht benetzen.
Nicht in das "Herz" einer Palme düngen. Neu gekaufte oder frisch umgetopfte Palmen erst zwei Monate später erstmals düngen.
Umtopfen:
Palmen besitzen ein empfindliches Wurzelsystem, vor allem, wenn sie noch jung sind. Man setzt sie daher nur dann um, wenn es unbedingt nötig ist. Zeit zum Umtopfen wird es, wenn der Wurzelballen den Topf sprengt, der Topfballen sich nach oben schiebt, die Erde völlig durchwurzelt ist und sich am Topfboden eine Wurzelspirale gebildet hat, die Erde schimmelig oder muffig riecht, die Erde durch zu hohe Düngergaben und hartes Wasser "versauert" ist, die Palme Wurzelschäden aufweist. Die beste Zeit zum Umtopfen ist der Frühling. Ab Ende Juli sollte nicht mehr umgetopft werden, da die Pflanze bis zur dunklen Jahreszeit noch Zeit braucht, um neue Wurzeln zu bilden.
Standort:
vollsonnig bis halbschattig.
Wasser: im Sommer reichlich mit Regenwasser gießen.
Substrat: sollte lehmhaltig sein.
Winterschutz
Die ausgepflanzte Trachycarpus fortunei benötigt einen Winterschutz. Dieser sollte angebracht werden, wenn Temperaturen vorhergesagt werden, die sehr nahe an die maximale Frosttoleranz (-12 bis -17 ° C) der Pflanze heranreichen. Der Winterschutz sollte nur vorübergehend angebracht sein und sofort wieder entfernt werden, wenn die Temperaturen ansteigen und deutlich über der Frosttoleranz der Palme liegen.
1. Wurzeln schützen
Als erste Winterschutzmaßnahme sollte im Dezember eine etwa 40 cm dicke Mulchschicht (bestehend aus Rindenmulch, Laub oder Stroh) im Wurzelbereich der Pflanze angehäuft werden. Die Wurzeln der Palme sind der frostempfindlichste Teil, diese sollten daher während der Wintermonate immer geschützt werden.
2. Blätter zusammenbinden
Um das Herz der Palme vor Frostschäden, insbesondere bei starken Regen- oder Schneefällen zu schützen, werden die Palmfächer mit einem Baumwollstrick locker zusammen gebunden. Anschließend wird an den Stamm der Palme das Rohr eines Sonnenschirms gebunden und der Schirm oben eingesteckt und befestigt. Solange die Temperaturen nicht unter -10°C sinken, genügt dieser Schutz von oben.
3. "Behausung" aufbauen
Sinken die Temperaturen weiter ab (unter -11°C ), bindet man eine Strohmatte oder ein Pflanzenvlies um den Stamm der Palme und umwickelt diesen mit einem Lichterschlauch. Den Schlauch auch einige Male um den Stamm herum auf dem Boden verlegen, um das Erdreich vor dem Durchfrieren zu schützen. Danach an den Schirmrand um die Palme herum eine Plastiknoppenfolie mit Wäscheklammern anheften. Die Wäscheklammern bitte in engen Abständen anbringen, damit möglichst keine Zugluft in die "Behausung" eindringen kann. Derartig geschützt mit einem wärmeabstrahlenden Lichterschlauch übersteht die Palme selbst extreme Temperaturen.
Sobald die Temperaturen etwas ansteigen, Noppenfolie und Lichterschlauch entfernen. Sollte diese Behausung aufgrund extremer Außentemperaturen längere Zeit nötig sein, dann tagsüber die Noppenfolie an einer Stelle etwas öffnen, damit die Behausung belüftet wird.
Diese Methode erlaubt es, mit geringem Aufwand einen Winterschutz anzubringen und diesen, sobald er nicht mehr benötigt wird, mit wenigen Handgriffen wieder zu entfernen.
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